Our DX-pedition to


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HU1M
Es war einer der wenigen Tage im Jahr, an denen Birgit mal an der Funkstation saß. Eine der anrufenden Stationen war Cisco, YS1CF. Die beiden tauschten am Ende des QSO's noch die e-mail Adressen. Per mail hatten wir dann lange Kontakt bis im Jahr 2001 Cisco mit XYL Carmen bei uns vor der Tür standen. Bereits damals vereinbarten wir den Gegenbesuch und jetzt war es endlich soweit.

Mit dem CQ-WPX-SSB fiel einer der großen Conteste in diese Zeit. Den wollten wir natürlich auch mitmachen und so wurde Cisco motiviert sich für ein Sonderrufzeichen stark zu machen. HU1M wurde uns für den gesamten Zeitraum unseres Aufenthaltes zugeteilt.

Über London und Miami ging es am 24. März 2003 nach San Salvador. Leider waren die Antennen in London geblieben. Unser ersten QTH schlugen wir ca. 40 km südlich von San Salvador am Pazifik auf. Wir haben schon schlechter gewohnt. Das Haus etwa 40m vom Wasser, eigener Pool, die Hängematte im Schatten. Man hätte es durchaus auch ohne Funken aushalten können. Hier bauten wir einen von Cisco vorbereiteten Mast mit ca. 12 m Höhe auf, der den Beam tragen sollte. Natürlich waren die Antennen auch am nächsten Tag noch nicht da. Also behalfen wir uns mit einer Drahtgroundplane für 40 m und einer G5RV in 10m Höhe.
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Auch die Elektroinstallation des Hauses brauchte etwas Hilfe. Sie hatte stark unter der korrosiven Salzluft gelitten und es funktionierte anfangs fast keine Lampe. Wo wir schon mal da waren...

Von hier aus unternahmen wir einige Touren zu alten Maya-Stätten. Neben beeindruckenden pyramidenartigen Tempelanlagen waren wir auch in Caye de Seren, der Ausgrabungsstätte eines kleinen Dorfes, welches bei einem Vulkanausbruch unter einer dicken Ascheschicht regelrecht konserviert worden war. Ähnlich Pompei gibt es den Archäologen die Möglichkeit einer Momentaufnahme des Lebens der Maya. Selbst die Inhalte der Vorratskammern waren quasi versteinert erhalten. Vor über 1000 Jahren schon gehörten Kaffee und Mais zum täglichen Speisplan. Eine Überraschung für die Wissenschaftler war die Entdeckung eines gemeinschaftlichen Dampfbades.

Mit dem Eintreffen der Antennen konnten die Stationen vervollständigt werden. Der reflected W Beam (2 El. 5 band, 20-10m) kam auf den Mast und die Vertical an den Strand. Pünktlich zum WPX waren wir bereit. 2 x FT890, eine TY900 Endstufe (siehe FA 5/03), Bandpassfilter zur Entkopplung der Stationen und zwei vernetzte Notebooks bildeten neben den Antennen unser Equipment. UCX-Log wurde zum loggen im Contest und QSO-Betrieb genutzt und steuerte auch die Transceiver. Bereits die Tage im Vorfeld hatten wir bei einem Flux um die 90 mit den eher schlechten Bedingungen gekämpft. Von den Europa pile ups der Karibikstationen war bei uns oft nicht mal ein piep zu hören. Lediglich auf den low bands kamen Europäer ins Log. Da El Salvador auch in den USA immer gern genommen wird und mit 3000-5000 km quasi vor der Haustür liegt, mussten wir trotzdem nicht lange CQ rufen.
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Zum Contest wurde ein ordentlicher Schichtplan gemacht und natürlich auch etwas Strategie. Bei guten Bedingungen wären wir in der Multi Operator 2 Transmitter Klasse gestartet. Unsere Beobachtungen der letzten Tage zeigten aber, dass mit 100 W und Vertical bzw. 2 Element nix zu bewegen sein würde. Deshalb beschlossen wir Multi Op./Single Tx teilzunehmen. Die Entscheidung war richtig, denn selbst das Suchen von Multiplikatoren gestaltete sich mit low power mehr als schwierig. An der running station mit ca. 400 W ging es ungleich besser. Europa war erwartungsgemäß schwierig und es fehlten entsprechend viele Multies. Auf den lowbands in SBB war wenig zu bewegen. Das schmale 40m Band bot zwar gute Ausbreitungsbedingungen doch zu viele Stationen für die Bandbreite. Da ist dann selbst ein S9 Signal zu wenig... Über 3600 QSO's und 850 Multis wurden es letztendlich im Contest. Die meiste Zeit wurde ohne Multi-Station gearbeitet, denn an diesem Wochenende kam auch die lokale Amateurfunkprominenz und verlangte von uns natürlich gewisse Aufmerksamkeit. Ich war erstaunt, wie viele Funkamateure es in San Salvador gibt. Wirklich aktive DXer sind aber eher selten zu finden. Auch einen eigenen Amateurfunkklub gibt es. Dieser ist aber nicht unumstritten und die dortige Community ist nur zum Teil organisiert. In jedem Fall kann ich versichern, dass es hoffnungslos ist auf QSL's über dieses Büro zu hoffen. Der einzige Weg um Karten von YS-Stationen zu bekommen führt über Manager (sofern sie welche haben) oder den direkten Weg.

Der Montag nach dem Contest bestand aus Abbauen und Verladen der kompletten Station. Am Nachmittag ging es dann zurück nach San Salavador. Cisco war immer bemüht vor Einbruch der Dunkelheit wieder in sicheren Gefilden zu sein. Zwar hatten wir nie den Eindruck, dass es unsicher auf den Straßen sei, aber auch unsere Wochenendgäste drängten beizeiten zur Rückkehr. Die Vorsicht wird ganz sicher berechtigt gewesen sein. In San Salvador und Umgebung war jedes Grundstück wie eine Festung gesichert. Mauern von 3m Höhe zusätzlich mit Stacheldraht bestückt, Fenster immer vergittert, so stellte sich die Stadt nach vielen Jahren Bürgerkrieg dar. Erst weit außerhalb ließ dieses Bild nach.
Wir wollten für ein paar Tage in die Berge in Richtung Guatemala. In La Palma auf etwa 1000m Höhe schlugen wir unser Lager auf und unternahmen von hier aus Touren u.a. auf die mit ca. 2700m höchsten Erhebungen. Von abends bis morgens gab es dann noch einige Stunden Funkbetrieb. Wir hatten nur einen FT 890 und die HF9V vertical mit. Die Antenne stand im Wald. Ich hatte ihr noch 30 Radials spendiert, die als elevated radials ausgeführt wurden. Trotz der uns umgebenden hohen Berge speziell in Richtung Europa kamen hier noch viele Europäer auf 80-30m zum Zug.

Über San Salavador, wo wir die Technik komplettierten/erweiterten und unsere Vorräte auffrischten ging es weiter in Richtung Meanguera Island. Ziel war die Marinebasis in La Union am Golf von Fonseca. Es waren zwar eigentlich nur etwa 250 km Wegstrecke, aber zum Teil auf Straßen, die Allradantrieb und einen halben Tag erforderten.
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Meanguera Island:

Meanguera Island An den Golf von Fonseca grenzen Nikaragua, Honduras und El Salvador. Im Golf gibt es viele vulkanische Inseln, die zum Teil bewohnt sind. Um etliche dieser Inseln gab es in der Vergangenheit Besitzstreitigkeiten zwischen den Anliegerstaaten. Auch Meanguera Island und einige Nachbarinseln waren ein solcher Streitfall. Erst 1992 wurden Meanguera und Meanguerita Isl. von einem internationalen Gericht wieder El Salvador zugesprochen. Davor waren sie Gegenstand ständiger Auseinandersetzungen und zeitweise von Honduras besetzt. Hier zählten sie zur IOTA Gruppe NA-060, die als Gruppe (nicht Meanguera Isl.) bereits aktiviert worden war. Wieder zu El Salvador gehörend, bekam die Gruppe die Nummer NA-190, obwohl noch keine Aktivierung erfolgt worden war.
Cicso hatte mit Hilfe von YS1EF (einen Navy Offizier, der selber längere Zeit auf Meanguera stationiert war) eine Genehmigung zum Funkbetrieb von der Insel bekommen. Wir haben sogar ein Arrangement machen können, dass die Navy uns mit einer ihrer Barkassen auf die Insel übersetzt. Außerdem gehörten mehrere Funkoffiziere und einige Soldaten als Bewachung zu unserer Begleitung. Während der rund 1,5 stündigen Überfahrt waren wir froh auf diesem Schiff zu sein. Das normale Transportmittel sind kanuartige Langboote. Auf der offenen See wäre sonst sicher ein Teil unserer Technik gewässert worden.

Etwa 3000 Menschen leben in 3 Dörfern verteilt auf der Insel. Unser QTH war auf der Westseite mit freiem Blick von Nord bis Süd. In Richtung Japan erhob sich ein ca. 450 m hoher Berg. Als erstes bauten wir den Beam und die Stationen auf und setzten dann Birgit an die erste Station. Wir hatten auf allen Bändern S9-starkes Rauschen der Stromleitung. Selbst mit noiseblanker blieb es noch bei S7. Da wir aber gewissermaßen für jeden neu waren, gab es genug starke Stationen, um trotzdem sofort ein pile up zu ziehen.

Nachdem die Vertical am Strand aufgestellt worden war ging auch die zweite Station in die Luft. Unsere Begleitung hatte bisher alles argwöhnisch betrachtet und wohl einiges Unverständnis für dieses Funken. Leider sprach kaum jemand englisch, sodass selbst wenn wir mal chatteten kaum etwas verstanden wurde. Und mein stundenlanges Gepiepse in CW war Ihnen völlig suspekt. RTTY hat sie dagegen begeistert und Cisco hat auch immer mal einige spanische SSB Serien zum besseren Verständnis vorgeführt. Aufgrund unserer marginalen Spanischkenntnisse hat Cisco die Erklärungen zur Technik und zum Betriebsdienst gemacht. Einige Lektionen zum Thema Ausbreitung und Antennentechnik gab es dann noch von mir mit Cisco als Dolmetscher. In der Folge wurde alles angeschleppt, was mal ein Funkgerät war. Wir konnten auch eine UKW- und eine KW-Station wieder zum Leben erwecken und vorführen. In Ermangelung einer eigenen Stromversorgung werden die Geräte aber wohl wieder in ihren Ecken verschwinden.
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Nach dem ersten gemeinsamen Tag waren die (Navy-)Jungs dann etwas aufgetaut und lockerer. Man hat unser Tun wohl als schwer nachvollziehbar aber harmlos eingestuft. Ich hatte auf der Suche nach der Störquelle für unsere Rauschglocke mittlerweile die komplette Installation der Navystation überarbeitet. Bei etlichen Unterverteilungen gab es weder PE noch Nullleiter. Einfach weggerostet. Ich habe über 100m Drahtlitze und alle meine Rohrschellen verbaut. Jetzt ist die Installation wieder nutzbar. Nicht so wie sie sein sollte, aber zumindestens bekam man keinen mehr gewischt, wenn man irgendwo anfasste. Im Gegenzug brauchten wir uns um keine Küchenarbeiten kümmern.
Seit einigen Jahren ist der US-Dollar die gültige Währung in El Salvador. Bei einem Einkauf in einem kleinen Inselladen berechnete man uns die Ware aber in Colones. Unsere Dollar wurden zwar genommen, das Wechselgeld kam aber in Colones zurück. Es war schon weit weg vom Rest der Welt.

Nach 3 Tagen hieß es wieder abfahren. Wir hatten 6800 QSO's mit 4700 verschiedenen Stationen im Log. Davon etwa 30 % Europäer. Asien ist leider etwas kurz gekommen. Der Berg hat uns dorthin stark abgeschattet. Die letzten 3 Tage verbrachten wir in San Salvador mit Carmen und Cisco, besuchten gemeinsame Freunde, machten die obligatorischen Einkäufe der Mitbringsel und Andenken und erholten uns ein wenig.

Wir hatten 3 Wochen voller Aktivität und mit vielen Eindrücken in diesem schönen Land. Dank unserer einheimischen Begleitung durch Cisco & Carmen haben wir sicher mehr als normal gesehen und konnten etwas hinter die Kulissen schauen. Wer Reisen in die Region plant, sollte unbedingt an seinen Spanischkenntnissen arbeiten.

Die QSL Karten für die mehr als 13.000 QSO's werden beantwortet von Frank, DK7AO. Er wird auch für zukünftige Touren unser QSL-Manager sein.
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